RettungsschwimmerBadeunfälle durch Personaleinsparungen?


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Es ist ein Faktum, dass in der deutschsprachigen Schweiz in den letzten Jahrzehnten aus Kostengründen viel Badepersonal eingespart wurde. Das wird hin und wieder zu einem Sicherheitsproblem und kann zu gefährlichen Situationen führen.
Sie finden unten den Bericht eines Badegastes über einen Wasserunfall im See. Der Text ist auf Englisch, darunter finden Sie meine etwas angepasste Übersetzung.
Frau Kalmin verknüpft ihren Bericht mit dem dringenden Apell, in den Bädern mehr Personal für die Badeaufsicht anzustellen.

Der Vorfall ist auch von den Medien aufgegriffen worden. Einen Artikel von Meret Michel finden Sie in der Zürichsee-Zeitung vom 30.8.13 (online ist der Artikel nicht mehr zu finden).

Elizabeth Kalmin, August 16, 2013:
To whom it may concern,
We had a terrible experience at the Waedenswil Strandbad yesterday. My 22 year old niece was swimming from the diving board platform to the green trampoline. Normally she's a very good swimmer but she got a leg cramp and then became intimidated by the distance and started drowning. Luckily I was watching from the shore but I couldn't jump in to help because I was holding my 1 year old daughter. I looked behind me but the Badimeister was not in the lifeguard chair. I ran around trying to find a SOS button to press but I couldn't find one anywhere. I started screaming "help help!" But no one would help me. Finally a brave man heard me screaming and ran into the water to help. My niece had gone under 3 times by this point. Then the Badimeister came running too from the entrance cashier office and jumped on the surfboard and paddled out to her too. The brave man reached her first and dragged her to the green trampoline and saved her. It was so horribly frightening I'm still shaking writing this.
We spoke to the Badimeister after we calmed down and asked him why he was not watching the water. He said that he also has to work at the entrance taking money and he cannot be watching all the time. After much discussion with him on how we see this same situation at all the Strandbads and Hallenbads, we all agreed that there should be additional staff members at the waters in Zurich -  life guards on duty all the time watching the water, because the Badimeister has other things he must do too, besides watching the water.
So I'm writing today to beg you to please make a law to have lifeguards at all the Badis (Strandbads and Hallenbads) in Zurich. I was really lucky this time because I was watching. But often parents cannot be watching all the time because they may have children who are different ages and different level swimmers and at different places at the Strandbad or in different pools.  Every year we hear a horror story from the lake. Last year one boy jumped off the high diving board on another boy and drowned him. Another year a young girl fell in the pool and drowned on her way to her swim lesson.
There are many drownings each year in Switzerland. These horrible accidents can so easily be avoided if there were lifeguards at the water's edge watching all the time. It is not an expensive cost to you either. You can get young University Students to do this and pay them CHF 15-20 per hour.  We, mothers, beg for your help here! Regards, Liz Kalmin


Wir hatten gestern eine schreckliche Erfahrung im Strandbad Wädenswil am Zürichsee. Meine 22-jährige Nichte wollte von dem Sprungbrett zu dem grünen Trampolin schwimmen. Normalerweise ist sie eine sehr gute Schwimmerin, aber sie bekam Krämpfe in den Beinen und wurde dann eingeschüchtert durch den weiten Abstand und begann zu ertrinken. Zum Glück habe ich das vom Land her beobachtet, aber ich konnte nicht ins Wasser springen um zu helfen, weil ich meine 1 Jahr alte Tochter hielt. Ich blickte hinter mich, aber der Bademeister war nicht in dem Rettungsschwimmer-Stuhl. Ich lief herum und suchte eine SOS-Taste, aber ich konnte keine finden. Ich fing an zu schreien "Hilfe, Hilfe!" Aber niemand kam um zu helfen. Endlich hörte mich ein Mann schreien und sprang mutig ins Wasser. Meine Nichte war bereits 3 mal untergegangen. Dann kam der Bademeister vom Eingang-Büro, sprang auf das Surfbrett und paddelte zu ihr hin. Der mutige Mann erreichte sie zuerst, zerrte sie auf die grüne Trampolin und rettete sie.
Es war beängstigend, ich schreibe immer noch zitternd. Wir sprachen danach mit dem Bademeister und fragten ihn, warum er nicht das Wasser beobachtete. Er sagte, dass er auch am Eingang kassieren muss, und er könne nicht die ganze Zeit Badewache leisten.
Nach vielen Diskussionen mit ihm, wie wir denn die Situation in den anderen Strand- und Hallenbädern sehe, waren wir uns einig, dass es zusätzliche Mitarbeiter in den Bädern braucht. Rettungsschwimmer die aufpassen, da der Bademeister - durch andere Aufgaben gebunden - dazu nicht immer die Zeit hat.
So schreibe ich mit der Bitte: Machen Sie bitte ein Gesetz damit es mehr Rettungsschwimmer in den Bädern in und um Zürich gibt. Oft können die Eltern nicht die ganze Zeit selber aufpassen, weil sie Kinder unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Schwimmkenntnisse haben, die sich dann auch noch an verschiedenen Orten im Strandbad aufhalten.
Jedes Jahr hören wir eine Horrorgeschichte vom See. Im vergangenen Jahr sprang ein Junge vom hohen Sprungbrett auf einen anderen Jungen und ertränkt ihn. Einmal fiel ein junges Mädchen in den Pool und ertrank. Es gibt jedes Jahr viele Ertrinkungsopfer in der Schweiz. Diese schrecklichen Unfälle können leicht vermieden werden, wenn permanent Rettungsschwimmer anwesend sind. Das verursacht keine hohen Kosten, es könnten junge Studenten angestellt werden für Fr. 15-20 pro Stunde. Wir Mütter bitten hier um Ihre Hilfe!
Grüsse, Liz Kalmin


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