Oberes Glattal und Zürcher Oberland - grüne Hügel, blaue Seen

Greifensee Zürcher Oberland

Auf dem motorbootlosen Greifensee

greifenseePfäffikersee

Obwohl das Ufer weitgehend unter Naturschutz steht, findet man am Greifensee noch manch lauschiges Plätzchen.
Rechts: Blick von Seegräben über den Pfäffikersee. In der Mitte sehen Sie den Bachtel.

Fischer auf dem Greifensee
Fischerboot Greifensee

Herbstliche Stimmungen auf dem Greifensee

Die Region hat neben diversen konventionellen Beckenbädern zum Schwimmen und Baden eine Anzahl der schönsten Naturbädern der Schweiz - wenn nicht gar der Erde - zu bieten.
Der Greifen- und der Pfäffikersee sind schon früh unter Schutz gestellt worden. Motorboote sind verboten, und die Grösse der Yachten ist begrenzt. Die Ufer wurden weitläufig eingezäunt und werden unter naturschützerischen Aspekten bewirtschaftet und gepflegt. Auf und rund um den See ist bezüglich Ornithologie einiges los. Und auch wer's mit dem Federvieh nicht so hat, geniesst den naturnahen Zustand als ein Stückchen "Heile Welt". Während Sie am Zürichsee kilometerweise bloss verbaute Ufer sehen, ist hier der Blick ins Grüne der Normalfall.
Bei den vielen Erholungssuchenden sind restriktive Konventionen leider notwendig. So schmerzt es nicht wenige, dass manch lauschiges Plätzchen heute eingezäunt ist. Aber die Ufer bieten doch noch viele zugängliche Stellen. Und nicht wenige davon sind recht charmant.
Der Greifensee hat insgesamt vier reguläre, wenn auch meist kleine Badeanstalten: Niederuster, Egg, Maur und Greifensee. Daneben bestehen zwei längere Uferstrecken, wo Baden möglich ist. Die eine erstreckt sich auf beiden Seiten der Niederustermer Badanstalt, die zweite finden Sie zwischen Maur und Fällanden. Von dort streicht an Wochenenden der Rauch vieler Grillfeuer über das kühle Wasser. Leider hat das Ostufer den Nachteil, dass sich Abends die Sonne bald hinter dem Zürichberg verzieht.
Die ein Stück weit in den See ragenden Fischerstege sind zwar ausdrücklich für die Fischer bestimmt. Sie sind aber geradezu prädestiniert zum Sonnenbaden und Schwimmen. Und wenn nicht viel los ist, wird man kaum mit den Fischern Probleme kriegen. Sonst machen Sie‘s wie ich: ‘ne kleine Fischerrute mit ins Gepäck. Übrigens: Am besten gefallen mir die Stege bei Fällanden. Dort findet man noch eine kleine Liegewiese zum Ausweichen.
Der Phosphatgehalt des Wassers steuert das Algenwachstum. Die Zufuhr aus der Landwirtschaft und den Siedlungsentwässerungen hat sich in den letzten Jahren stark verringert. Nur noch selten kitzelt es beim Rausschwimmen am Bauch, während wir Tapferen uns früher durch ein ganzes Dickicht von Algen kämpfen mussten. Die Phosphatdepots auf dem Seeboden und andere Ursachen führen aber immer wieder zu Fischsterben. Da wir ja aber nicht durch Kiemen atmen und keine bedenklichen Stoffe festgestellt werden, ist die Wasserqualität für uns Schwimmer unbedenklich. Trotzdem raten die Experten, nicht gleich literweise Seewasser zu trinken, da einem von zuviel Nährstoffen auch mal übel werden könnte.
Am Pfäffikersee existieren drei offizielle Badestellen: das frisch renovierte Seebad Baumen (mit zusätzlichem Becken) bei Pfäffikon, Auslikon beim Campingplatz, und die unbewachte Badestelle Seegräben.
Sonst ist das unter Naturschutz stehende Ufer praktisch nirgends zugänglich. Wie am Greifensee finden Sie aber ein paar wunderschön gelegene Fischerstege, z.T. gut im Schilfgürtel versteckt. Für Badende gilt eigentlich das gleiche wie am Greifensee. Ein Nachteil kommt hier dazu: von den auf Stelzen stehenden Plattformen gelangt man bei niedrigem Wasserstand nur schlecht ins kühle Nass.
Das Wasser ist übrigens recht klar. Der See ist seit 1992 mit einer zirkulationsunterstützenden Anlage versehen .
Die Glatt ist für die Gewässerschutzexperten eines der Kummergewässer der Schweiz. Sprach man früher vom "klaren Fluss", aus dem zentnerweise Forellen herausgefischt werden konnte(62), ist sie heute eher trübe, und die Fische sind seltener geworden. So ab Dübendorf steht es mies um die Wasserqualität, dass ein längeres Bad nicht anzuraten ist. Da das Flüsschen ab dort nur wenige reizvolle Uferpartien aufweist, kommt man aber kaum in Konflikt.
Für die ganze Gegend, vor allem aber das Gebiet Dübendorf-Volketswil-Greifensee, heisst es leider: An Werktagen zwischen halb neun bis zwölf und halb zwei bis fünf herrscht lärmmässig Krieg. Und die neuen Jets treiben einem schon mal den Finger ins Ohr.

Wissenwertes zum Greifensee: greifensee-stiftung.ch 
 

Text, Bilder: Daniel Schmid