Geschichte der Schweizer Schwimmbäder

Die ersten «Freibäder»

Badeweiher Hofwil1822 liess Philipp Emanuel v. Fellenberg auf dem Landgut Hofwil ein künstliches Schwimmbad mit Sprungturm erbauen. Dies nachdem einer der Zöglinge der dortigen «Erziehungsanstalt für Söhne höherer Stände» beim Baden im Moossee ertrunken war. Fellenbergs Schwimmbad und die unten beschriebene «Akademische Badeanstalt» sind vermutlich die ersten künstlich erbauten Freibäder der Schweiz, und die zweiten resp. dritten von Europa.
(1971 genügt der Badeweiher den hygienischen Anforderungen nicht mehr. Der Kanton Bern will die Anlage als Denkmal erhalten und renoviert das Badhaus. Mehr zu Hofwil)

1822 wird die «Akademische Badeanstalt» unterhalb des Bundeshauses mit einem von der Aare gespeisten Badebecken eröffnet. Es existieren noch andere Namen wie «Schwimmschule», «Badweiher», «Kaltbadanstalt» und «Fröschenweiher».
(Die Badeanlage muss 1957 einer Grünanlage weichen)

Seit es Menschen gibt, zieht es sie ans Wasser. Lange begnügen sie sich, im Freien die Kleider abzustreifen und ins Wasser zu steigen. Mal ist es aber verpönt oder gar verboten, nackt zu baden, und bald sollen gar Männlein und Weiblein nur noch getrennt ins kühle Nass tauchen dürfen.
Einfache Badehütten schiessen an den Gewässern aus dem Boden. In den Ballungszentren muss der Badebetrieb aber besser organisiert werden - der Siegeszug des Kastenbades beginnt:

Die Zeit der Kastenbäder beginnt...

1831 wird das «Pfalzbadhysli» zu Füssen des Basler Münsters eröffnet. Bereits in der ersten Saison üben sich 75 Schüler im Schwimmen. Für die Basler Frauen baut die GGG - die «Gesellschaft zur Förderung des Guten und Gemeinnützigen» - 1847 nebenan eine Frauen-Badeanstalt.
(Die Bäder existieren nicht mehr.)

1837 wird beim Bauschänzli an der Limmat in Zürich einFrauenbad Zuerich «Badehaus für Frauenzimmer» eingerichtet (wird 1888 durch das heutige Frauenbad Stadthausquai ersetzt). Bis 1900 entstehen am unteren Zürichseebecken weitere neun Kastenbäder aus Holz mit strikten Trennung nach Geschlechtern.

... und die der ersten Hallenschwimmbäder...

1842: Liverpool, 1845: London und 1854: Hamburg: Die ersten öffentlichen (baulich geschlossenen) Badeanstalten Europas werden eröffnet.

1864 zieht mit Winterthur die erste Schweizer Stadt mit der vom Stadtbaumeister Bareiss erstellten "Bad- und Waschanstalt" im maurischen Stil. Das 8x12m grosse Schwimmbad wird jährlich von rund 10 000 Personen besucht. 1872 kostet ein Eintritt 15 bis 30 Rappen, je nach Alter, Geschlecht und Badezeit.(84)
(Das Bad wurde 1915 abgebaut.)

1864 lehnt sich das Kastenbad desMännerbad Schanzengraben Zürich Männerbades Schanzengraben an die alte Zürcher Stadtmauer.
(Es ist meiner Kenntnis nach neben dem Männerbad Seengen am Hallwilersee das einzige noch existierende Männerbad.)

1870 erstellt der Stadtbaumeister Joh. Gottfried Meyer das Rheinbad SchaffhausenSchaffhausen-Rhybadi. Wie ein grosses Schiff steht es in der Strömung, gestreifte Vorhänge flattern vor den Garderobenkabinen im «Spitz». Die Geschlechtertrennung wird streng eingehalten, zwei separate Stege führen zu den beiden Anlagehälften.

1872 entsteht an der Hafenmole von Genf ein Bau aus Holz auf Stelzen: «Les Bains Pâquis».
(Das Bad wird 1889 erweitert, 1890 werden sie Besitz der Gemeinde und öffentlich. Werktags ist Eintritt zu bezahlen, an Sonn-und Feiertagen ist der Zugang kostenlos. Ein Teil der Gratis-Stunden ist für Frauen reserviert, um Promiskuität zu verhindern(85). Die Bäder werden abgebrochen und 1932 in neuem Stil aufgebaut.)

Um 1873 werden in Rorschach am Bodensee von einer Aktiengesellschaft eine Mädchen- und eine Knabenbadeanstalt gegründet (abgebrochen 1923/24).

Seebad Caumasee 18801880 wird am Caumasee eine Badeanstalt gebaut. Bereits 1835 war eine Badehütte erstellt worden, das türkisgrüne Wasser des Lag la Cauma galt als heilkräftig.
(1906 wird das Seebad durch einen Neubau im Chaletstil mit zwei nach Geschlechtern getrennten Nichtschwimmerbecken und Umkleidekabinen ersetzt. Auch dieses Bad existiert nicht mehr.)

Bereits 1882 sind auch im Hafen von Weesen (Walensee) Badehäuschen aufgestellt. 1921 wird die Strandbad-Genossenschaft Weesen gegründet.(zi)

1884-85 wird die Seebadeanstalt Luzern gebaut: Ein Kastenbad, ein Pfahlbau im Cottagestil mit nach Geschlechtern getrennten Bassins, deren Tiefe sich mit verstellbaren Holzrosten regulieren lässt. Während die Männer in den See hinaus schwimmen können, müssen die Frauen innerhalb der «Anstalt» verweilen.

1885 wird durch Niklaus Morgenthaler in Ursenbach ein Badeverein geründet, dieser baute noch im selben Jahr einen "Badeweiher" in den Massen 12x6 Meter und nahm diesen in Betrieb. Der Badeweiher wird 1903 an die Gemeinde verschenkt. 1947/48 wird die Badi ausgebaut und mit dem noch heutigen Becken 25x12 Meter versehen.

1886 erbaut, erinnert das Rheinbad St. Johann an ein Schiff. Die Badeanstalt ist noch mit Holzwänden umschlossen, im Innern befindet sich das Schwimmer- und das mit einem Hubboden versehene Nichtschwimmerbecken.

1888 entsteht dasFrauenbad Zürich Stadthausquai Frauenbad Stadthausquai in Zürich, ein «Laubsägeli-Bad» mit orientalisch geschwungenen Ecktürmchen. Das eingelassene Becken wird mit einem geflochtenen Dach überdeckt, um noble Blässe zu bewahren. Die geschlossene Bauform blockt (neu)gierige Blicke ab...
(Das Stadthausquai ist noch heute ein Bad nur für Frauen)

1890 kommt dasSeebad Utoquai 1920 Seebad Utoquai am Zürichsee dazu. Das zweiteilige Kastenbad an der vielbegangenen Strandpromenade ist bis heute Kult. (Das Bild ist von ca. 1920.)

1892 wird das kleine Lorrainebad an der Aare in Bern erstellt.

1896 wird im Limmatkanal vor dem Kraftwerk Letten eine geschlossene Flussbadeanlage errichtet. Der auf Stützen stehende Holzbau wird über den Damm erreicht, und ist in eine Frauen- und Männerseite zweigeteilt.
(Das Bad wird 1930 abgerissen und später durch das heutige «Obere Letten» ersetzt.)

1896/97 wird das Flussbad Schwäbis in Thun in Schweizer Holzstil erbaut. Es gilt als zeittypisches Beispiel für die Berner Oberländer Badehaus- und Tourismusarchitektur.
(Die Holzbadi steht heute unter Denkmalschutz und ist vollständig renoviert.)

1896 erbaut Stadtbaumeisters Albert Pfeiffer Frauenbad Kreuzweiher / Dreilinden in St. Gallen: Für das männliche Geschlecht standen schon einfache Badehäuschen am Knabenweiher zur Verfügung, nun können auch die Frauen schwimmen gehen.
(Im Kreuzweiher gibt es noch heute ein Frauenbad.)

1898 wird das Rheinbad Breite in Basel erstellt. In der hochbeinigen Metallkonstruktion wird bis 1929 nach Geschlechtern getrennt gebadet. Der Badebetrieb findet innerhalb der Anlage in eingelassenen Becken mit Hubböden statt. Später kommt ein mit Schwimmbalken markiertes Badeareal ausserhalb des Gebäudes dazu, in dem die Schulen ihren Schwimmunterricht durchführen.

1903 öffnet das Sonnenbad St. Margarethen in Binningen.
Das Bad bleibt in weiten Bereich unverändert, es hat noch heute Frauen- und Männer-Séparés.

1906 ist das Geburtsjahr vomVolksbad St. Gallen Volksbad St. Gallen. Es wird die zweite geschlossene Badeanstalt der Schweiz, 44 Jahre nach derjenigen in Winterthur. Es wird im Stil eines stattlichen Bürgerhauses mit vielerlei Verzierungen vom damaligen Stadtbaumeister Albert Pfeiffer erbaut. Mit Wannenbädern und Duschen ist das Volksbad auch "öffentliches Badezimmer" der Stadt (bei weitem nicht jedes Haus hat ein eigenes Badezimmer), es wird aber bald als Vorbote der Wellness-Tempel betrachtet.
Das Volksbad ist das älteste noch existierende Hallenbad der Schweiz.

1910 DasBad Unterer-Letten Flussbad Unterer Letten in Zürich wird erstellt. Stil des Männerbades (das «Frauenbad» mit Schwimmbecken kommt später dazu; heute ist das Bad gemischt) ist ein übliches Kastenbad. Geschwommen wird in der Strömung eines Seitenkanals der Limmat.

1911 wird das Freibad Geiselweid in Winterthur (Planung: Robert Rittmeyer und Walter Furrer) fertiggestellt. Die Fortschritte im Bauen mit Eisenbeton haben es leichter gemacht, fernab von natürlichen Gewässern in künstlich gebauten Becken zu schwimmen. Die Sonnendecks sind geschlechtergetrennt. Das Becken bleibt lange das grösste der Schweiz.
(Das Freibad ist seit 2007/08 saniert.)

1922 Eröffnung des ersten Lachenbades in Thun. Es gibt einen "Badeplan", nach dem Männer und Frauen nur abwechslungsweises Baden dürfen. Der Wechsel wurde jeweils mit einer Glocke angezeigt.

1922 ist der Jahrgang des kleinen Seebades Zollikon. Noch zeigt das Holzbad am Zürichsee den typischen symmetrischen Aufbau, der sich durch die Geschlechtertrennung ergibt.

1922 wird das nach Plänen von Walther Sulser erbauteSchwimmbad Sand Chur Freibad Sand in Chur fertiggestellt. Die geschlossene Form mit den das zentrale Becken umgebenden Garderobe-Gebäuden aus gestrichenem Holz erinnert noch stark an die alten Kastenbäder, und auch im Schwimmbad Chur wird erst strikt nach Geschlechtern getrennt gebadet. Da man aus finanziellen Gründen auf den Bau einer zweigeteilten Badeanlage verzichtet hat, gibt es Frauen- und Männer-Schwimmstunden.
(In den Jahren 2002 bis 03 wird das Becken der Badi Sand saniert.)

1923-24 entsteht dieRorschacher Badhütte Badhütte Rorschach, die Seebadeanstalt nach Plänen des Architekten Karl Köpplin. Die Form richtet sich noch nach den geschlossenen Kastenbädern des 19. Jahrhunderts, allerdings grenzen gegen den See hin nicht mehr Kabinenreihen den Blick ein: breite Liegeflächen laden ein zum Sonnenbaden.
(Bis in die 60er-Jahre wird nach Geschlechtern getrennt gebadet. Die Anlage ist das einzig verbliebene Bauwerk seiner Art am Schweizer Bodenseeufer.)

1923 gesellt sich das Seebad Wädenswil zu den Badeanstalten am Zürichsee. Die Trennung in zwei Hälften ist strikt, es existieren gar zwei Innenhöfe, in denen Schwimmunterricht geschlechtergetrennt durchgeführt werden kann.

1924:Bains Motta Freiburg «Bains de la Motta» in Fribourg ist der erste Schwimmbadbau des Ingenieurs und Architekten Beda Hefti (1897–1981), einem Pionier des Sport- und Schwimmbadbaus. «Motta» wird eine symmetrische Anlage im klassizistischen Stil.

1925 verkehrt das Zürcher Volk im neuen Strandbad Mythenquai. Eine wuchtige Bretterwand trennt die Geschlechter, sie wird aber nach Protesten abgerissen, und die bald erweiterte Anlage wird ein stark frequentiertes Familienbad. Das grosse Seebad bietet vielen Berufen einen Arbeitsplatz, wie die folgenden Inserate aus der Zeitschrift «Für die Körperkultur, Werbeschrift für Körperkultur, Strandbad-Verein Zürich, I. Jahrgang, Sommer 1925»(60) zeigen:

Freiluft-Turnen, einzeln oder in Gruppen in den Morgenstunden von 6-12 Uhr bei Otto Siegrist. Offizieller Turnwart im Strandbad. 14-18 Uhr Leitung des allgem. Spielbetriebes.

Wenn du einmal draussen im Strandbad das Flugboot der Firma Alfred Comte siehst, dann zögere nicht, vertraue dich dem sicheren Piloten der Firma, Herrn Ernst Frick und dem soliden Maschinchen an.

Strandbad-Photos erinnern Sie an lachende, sonnige Mussestunden. Strandbad-Photograph Ernst Zollinger, Badenerstrasse 285.

1927 wird das Strandbad des Verkehrsvereins Flüelen eröffnet: "...ein ordentliches Bad, wie man es in einem gesitteten Land zu treffen wünscht."

1928 wird das Lido di Lugano Lido Lugano 1928am Ufer des Luganersees fertiggestellt. Die Pläne stammen von Americo Marazzi. Das Lido zeigt den stilistischen Übergang von den Badehütten zu den modernen Strandbädern.

1929: Das Schwimmbad Burgdorf ist ebenso im klassizistischen Stil errichtet wie das Piscine de Motta in Fribourg. Beda Hefti ist auch hier verantwortlich für die Planung.

1929 ensteht auch das Lido Luzern. Ein Jahr nach Eröffnung findet in dem Strandbad die erste Schweizer Bademoden-Schau statt.

1929: Otto Zollingers Konzept von Vevey-Corseaux-Plage ist ein frühes Beispiel der modernen Freizeitarchitektur (66). Die Möglichkeiten des Bauens mit Eisenbetons wird ausgereizt mit kühnen Dach- und Terrassenformen.
(Die Seebucht wird später aufgefüllt und mit Bassins versehen.)

1930: Mit dem Schwimmbad Vulpera Schwimmbad Vulperaentsteht in den Bündner Bergen das dritte Hotel-Freibad der Schweiz.

Die 1930er - der Boom der grossen Volksbäder

1931 wird das grosse Gartenbad Eglisee eröffnet. Wie z.B. das Bödelibad im Berner Oberland entstand es im Stile des Neuen Bauens. Verantwortlich für die Planung sind J. Maurizio und Beda Hefti.

1931 entsteht auch dieFreibad Aarburg «Badeanstalt des Fluss- und Sonnen-Bades Aarburg», das erste Schwimmbad im Kanton Aargau. Geplant wurde die Anlage von Hermann Lüscher, und ist im Aufbau ähnlich wie die Bäder in Burgdorf und Fribourg: das Becken ist eng umrahmt durch die Garderobengebäude.

1931 Das Strandbad Diepoldsau erregt im In- und Ausland Aufsehen. Frauen und Männer gehen im Alten Rheinlauf miteinander baden - ohne trennende Abschrankungen!

1932 öffnet das Strandbad Biel seine Pforten. Die Architektur des «Neuen Bauens» zeigt sich z.B. in den kubischen Formen (Flachdächer) und der konsequenten Verwendung der neuen Materialien Glas, Stahl, Beton und Backstein. Die Bewegung hatte aber auch soziale Ziele: Dekorationen und aufwendige Baustile werden vermieden, um die Anlage kostengünstig zu erstellen. Das Strandbad Biel wird - mit tiefen Eintrittspreisen - zu einem typischen Volksbad.

1932 Strenge Funktionalität zeigt auch das neue Genfer Seebad von Henry Roche: «Bains des Pâquis». Die Anlage wird geschickt an die Hafenmauer des Genfer Beckens angepasst, die Bauten sind zurückhaltend gestaltet und lassen den Blick frei auf die Weite des Genfersees(66). Gebadet wird nach Geschlechtern getrennt.

1933 Im Strandbad Thun nutzen Jacques Wipf und Edgar Schweizer für die sehenswerte Architektur den modernen armierten Beton. Mit 50'000 m2 ist es vermutlich das zweitgrösste Freibad der Schweiz (nach Bachgraben BS). Mit der Lage an der Alpenkette ist es für manche Besucher das schönstgelegene Bad Europas...

1933 wird mit dem Freibad Heiden das modernste Schwimmbad der Schweiz eröffnet. Die zweckorientierten Formen repräsentieren die Architektur des «Neuen Bauens». Die «Häädler Badi» ist bekannt wegen ihrer einmaligen Architektur und steht heute unter Denkmalschutz. Konzept: Beda Hefti.
(Saniert 2000.)

1932-34 wird das Ka-We-De - Kunsteisbahn und Wellenbad Dählhölzli in Bern gebaut. Der Baustil folgt dem damaligen Sinne einer modernen Sport- und Freizeitanlage. Konzipiert wurde sie für «die anspruchsvolle Körperkultur der oberen Bevölkerungsschichten»(66). Das Wellenbad ist ein Renner.

1928-1933 wird mit Hilfe von Vereinen und Freiwilliegen das Strandbad Buchhorn am Bodensee erbaut. Der Architekt Edwin Bosshardt plante eine moderne Anlage mit Gestaltungsformen, die stark vom «Bauhaus» beeinflusst wurden (schlichte, klare Formgebung und transparente, leichte Bauweise).

1932-34 wird das Terrassenbad Baden erbaut, und zwar - wie andere zeitgleich errichtete Bäder auch - im Zuge von Arbeitsbeschaffungsmassnahmen für die Arbeitslosen in der Wirtschaftskrise. Die Pläne stammen von Alfred Gantner.

1934 kann mit dem Hallenbad Rialto das erste Hallenbad der Stadt Basel seine Tore öffnen.

Vor dem 2. Weltkrieg wird vermutlich auch dieEglisau Rheinbadi Rheinbadi Egliau gebaut (das Erstellungsjahr ist mir nicht bekannt). Geschwommen wird in einem Becken mit Hubboden im kühlen Rheinwasser.
(Heute findet der Badebetrieb eher auf der danebenliegenden Wiese statt.)

1935 kann das grosszügig angelegte Freibad Ledi in Walzenhausen eingeweiht werden.

1936: Vermögende nehmen nach und nach die Hänge am Hallwilersee in Besitz. Das Arbeiterstrandbad Tennwil wird gegründet mit dem Ziel, der Arbeiterschaft den Zugang zum See zu sichern.
(Das moderne Strandbad ist heute eines der meistbesuchten des Kantons Aargau.)

1936: Mit dem Bellerive-Plage in Lausanne entsteht eine der eindrücklichsten Badeanlagen. Der Architekt Marc Piccard verwendet viel Glas, und die Elemente aus Beton überzeugen mit leichten, geschwungenen Formen.
(Das Bellerive gilt auch heute als eines der schönsten Freibäder der Schweiz.)

1937 geht das Strandbad Olten in Betrieb. Hermann Frey und Ernst Schindler planten die Anlage zwischen Altstadt und Aareufer.

1939 wird dasBadi Allenmoos Freibad Allenmoos in Zürich eröffnet, ein grosses Parkbad. Haefeli, Moser und der Gartengestalter Gustav Amman schufen eines der schönsten Werken des Landistils. Erwähnenswert ist die Leichtigkeit der Eisenbetonbauten. Das «Möösli» bleibt die grösste Badeanlage in Zürich.
(Geschichten aus dem Badealltag, das Bad wird 1997/98 saniert)

1940: Nach Plänen von Robert Walcher entsteht dasSeebad Rapperswil Seebad Rapperswil. Walcher hält sich noch an die Form der alten, geschlossenen Kastenbäder, öffnet die hufeisenförmige Seebadi aber gegen die Seeseite hin.

1941 baut der Stadtbaumeister Hermann Herter das Hallenbad City in Zürich nach dem Vorbild des Schwimmbads Gartenstrasse in Berlin-Mitte. Wie dieses besitzt das Hallenbad City eine Hallendecke aus Glas, die das Schwimmbad mit Tageslicht erfüllt.
(Sanierung 2010, die erwähnte Decke wird wieder hergestellt).

1948 wird das Schwimmbad im Moos das erste Freibad im Limmattal.

1952 wird die Betonkonstruktion des Flussbades Oberer Letten in Zürich auf dem Limmatdeich erstellt (Architektin: Elsa Burckhardt-Blum). Der Stil verkörpert (anschaulich) die Richtung des hygienischen Modernismus. Der Bau ist funktionell und verzichtet auf Schnörkel und Spielereien.

1954 wird das Strandbad Tiefenbrunnen von den Architekten Josef Schütz, Otto Dürr und Hans Nussbaumer angelegt. Es ist Teil der für die Landesausstellung 1939 fertig gestellten Uferaufschüttung am Zürichsee, und zeigt die Pavillon-Architektur der 50er Jahre.
(Sanierung 2009/10)

1949 wird dasLetzi Bad Letzigraben-Bad in Zürich eröffnet. Architekt ist der später als Schriftsteller arbeitende Max Frisch. Das Volksbad hat grossflächige Bassins, angelegt auf einer hügelig-geschwungenen Landschaft. Angebaut ist ein Sportbad mit Oympiabecken und 10-m-Sprunganlage.
(2006 saniert)

1955. Das Gartenbad St. Jakob in Basel zeigt Grösse: 45'150m2 und immense Wasserflächen. Ein Familien- und Sportbad.

1960 entsteht am Zürichsee mit dem Seebad Enge ein neues Kastenbad; eine schwimmende Anlage, unterteilt in Frauen- und Männerabteil. Konzept: Robert Landolt.
(Die Frauenabteilung besteht noch heute.)


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